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ein Blick auf unsere Filme

Olka

SPIELFILM
Österreich/Polen/Deutschland, 90min
Regie: Magdalena Chmielewska
Drehbuch: Magdalena Chmielewska & Andreas Schiessler
Stand: Drehbuchentwicklung
geplanter Drehbeginn: 2021

Logline:

Die 16-jährige Olka hat zwischen ihren sich scheidenden Eltern den emotionalen Halt verloren und ist schlaflos. In der Fechtgruppe verausgabt sie sich bis zur totalen Erschöpfung. Mit dem Degen in der Hand erkämpft sie sich ihren Weg durch ihre auseinanderbrechende Familie, auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und Schlaf.

Ein 16-jähriges Mädchen, getrieben, schlaflos, ruhig nur mit dem Degen in der Hand. Ständig in Bewegung, kein Mensch, ein „Humanoid“; so definiert sie sich selbst. Ein Mädchen, das zwischen den Eltern steht, in einer unverständlichen, sie abstoßenden Welt. Eine junge Frau auf der Suche nach der oder dem Schuldigen für ihre ungerichtete Verzweiflung, die sich an einen Dritten hängt, der ihre Gefühle jedoch nicht erwidern kann, weil er nicht auf Mädchen steht. So wie er ist auch keine andere Figur eindimensional gezeichnet in diesem Geflecht der sich voneinander abhängig-machenden Menschen. Die junge Frau fordert ihre Umgebung heraus. Sie ist wütend, eckt im Firmunterricht an, zersticht Autoreifen, betrinkt sich, verwüstet das Haus ihres Vaters. Macht sich über den einzigen Menschen, von dem sie Zärtlichkeit möchte, lustig, zwingt ihn, sie in seinem Bett übernachten zu lassen, wird übergriffig. Verletzt ihre Fechtkollegin, masturbiert, um sich zu entspannen.

Ungerecht behandelt fühlt sie sich, und alleine. Mit den Erklärungen und Lebenskonzepten der Erwachsenen gibt sie sich nicht zufrieden. In deren Welt, geprägt von Arbeit und katholischer Kirche, sieht sie keinen Halt. Sie ficht, im wahrsten Sinn des Wortes. Nicht nur mit dem Degen, sondern gegen die Welt, um geliebt zu werden. Nie ist sie dabei Abziehbild, sondern immer authentische, nachvollziehbare und liebenswürdige Figur; menschlich, wie alle Figuren an ihrer Seite. Die AutorInnen bieten keine einfachen Erklärungen an, sondern nähern sich in wahrhaftigen Momenten einer Lösung, die die Hauptfigur zuletzt wohl nur in sich selbst finden kann. Wenn die Mutter am Ende ihre Tochter um eine Massage bittet, liegt in diesem so einfachen, wie puren Moment gleichermaßen Zärtlichkeit wie unüberbrückbare Distanz. So ist die authentische Beschreibung der Figuren immer ambivalent, durchdrungen von Zuneigung und Angriffsflächen.

– Drehbuchforum Wien, IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT  Drehbuchwettbewerb, Preisträger*innen 2018